Czambor Isabell

17.03.2017

Wenn in der Kirche alles Kopf steht

 

Die evangelische Stadtkirche Ludwigsburg lädt zum Filmgottesdienst ein. Filmgottesdienst?! Ja, richtig gelesen. Würde man Menschen auf der Straße fragen was man in der Kirche alles machen kann, dann würden sie wohl kaum auf die Idee kommen dort Filme anzuschauen. Hochzeit, Taufe, Konfirmation, Firmung, Weihnachten und Ostern- das verbinden  die meisten Menschen mit Kirche. Die evangelische Stadtkirche in Ludwigsburg zeigt, dass es auch anders geht!

 

Nach den Filmen „Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit“ und „Die Tribute von Panem“, wurde am vergangenen Sonntag (12.03.17) der Animationsfilm „ Alles steht Kopf“ aus dem Hause Disney vorgestellt. In dem Film geht es um die Emotionen Freude, Kummer, Angst, Wut und Ekel. Diese fünf Emotionen steuern das Befinden eines jungen Mädchens. Während am Anfang des Films die Emotion der Freude dominiert und der Kummer als lästig angesehen wird, erkennt man am Ende, dass auch der Kummer seine Berechtigung im Leben hat.

 

Der erste Teil des Filmgottesdienstes zeigt Ausschnitte des Films. Wolfgang Baur, Pfarrer der Stadtkirche Ludwigsburg, Inge Kirsner, Hochschulpfarrerin und der Jugendpfarrer Martin Ergenzinger sprechen davon, dass auch der Mensch aus mehreren Teilen besteht und das was uns als schwach und lästig erscheinen mag, doch das ist, was wir am nötigsten brauchen. Mit diesen und noch weiteren Worten sowie Gebeten, Liedern und einer Fürbitte schafft es die evangelische Stadtkirche Ludwigsburg Film und Theologie miteinander zu verbinden. Die selbstkomponierte Live-Musik von Sven Ottinger und weiteren Musikern untermalt diesen Filmgottesdienst in besonderer Weise und
verleiht der Kirche mit ihren hohen Wänden und besonderem Klang eine einzigartige Atmosphäre.

 

Bevor im zweiten Teil des Filmgottesdienstes der Animationsfilm in voller Länge gezeigt wird, folgt eine kurze Pause, in der man sich für eine kleine Spende mit Getränken und Snacks stärken kann. Wer also denkt, dass man in einem Filmgottesdienst nur den Film sieht, der irrt sich und das ist auch gut so. Der Filmgottesdienst zeigt in besonderer Weise, dass Film und Theologie miteinander verbunden werden können. Für alle die einen anderen Zugang zu diesem Thema erfahren möchten, empfehle ich diese Veranstaltung. 
Der nächste Filmgottesdienst findet im Herbst mit dem Film „Captain Fantastic“ statt.