Alessandra Donauer

17.03.2017

"Luxuskarre" statt Bahn - lohnt sich ein privates Neuwagen-Leasing für Studierende?

 

Jung, frei und unabhängig –  Von Studierenden wird heutzutage immer mehr Flexibilität verlangt. Hierbei könnte ein Fahrzeug sinnvoll sein! Doch für wen lohnt sich diese Anschaffung?

 

Die Frage, ob sich ein eigenes Auto lohnt oder nicht, stellt sich jedem Studierenden bereits am Anfang des Studiums.
Der Automarkt ist überfüllt mit Angeboten. Die Angebote sind teilweise durchaus lukrativ für Personen mit geringem Einkommen. Das kommt für Studenten, die neben ihrem Studium bereits Arbeiten oder am Wochenende nach Hause pendeln, wie gerufen. Mittlerweile können sich Studierende, die ein gewisses Einkommen haben, sogar elternunabhängig bei den verschiedenen Anbietern über Leasing-Angebote oder Finanzierungen informieren. Beim Leasing könnte ein klarer Vorteil sein, dass die Kosten für Anzahlungen und Schlussraten wegfallen. Nach Ablauf des Vertrages kann das Fahrzeug übernommen oder auch an den Anbieter zurückgegeben werden. Wer sich dafür entscheidet, das Fahrzeug an den Leasing-Partner zurückzugeben, sollte zudem mit einkalkulieren, dass Kosten für mögliche Reparaturen vom Zeitwert abgezogen werden. Das kann bedeuten, dass zusätzliche Kosten aufkommen.
Das StudiTicket der Deutschen Bahn schlägt sich für einen Studenten der PH Ludwigsburg mit gut 200 Euro im Semester nieder. Ein Neuwagen-Leasing ist auf den ersten Blick um einiges teurer. Kosten für Benzin, Versicherung und Reparaturen kommen noch oben drauf. Die Autohändler, ob im Internet oder auf dem Markt, ringen um die niedrigsten Preise. Jedoch ist das Neuwagen-Leasing für Studierende mit Nebenjob nicht gerade eine preiswerte Alternative zu den öffentlichen Verkehrsmitteln – teilweise mit Raten von unter 100 Euro monatlich.  Auch vom Gebrauchtwagen-Leasing wird Studierenden meist abgeraten. Die Autos haben meist zu viele Kilometer auf dem Tacho und weisen enorme Mängel auf. Dies verursacht in vielen Fällen zusätzliche Kosten und kann den Käufer teuer zu stehen kommen.
Die Anzahlung bei einem Leasing-Fahrzeug wird oftmals Mietsonderzahlung genannt, ist aber für Studierende kaum möglich. Aufgrund ihrer stets knappen Budgets müssen daher oft die Eltern mit dem Nachweis auf Bonität in die Presche springen. Wer monatlich mehr als 1000 Euro neben dem Studium verdient, hat gute Karten selbst als Vertragsnehmer aufgenommen zu werden.


 „…Man schafft sich ein Fahrzeug nicht an, um Eigentum zu erwerben, sondern möchte es für eine bestimmte Zeit nutzen.“ (Volkswagen)


Studenten entscheiden sich beim Autokauf tendenziell für Kleinwagen. Man sollte sich deshalb immer auch damit befassen, wie lange man das Auto benötigt und zu welchem Zweck. Hierbei ist Vorsicht geboten, sich im Studium für unnötiges Zubehör im Leasing-Wagen zu entscheiden. Dies kann oft horrende, zusätzliche Kosten verursachen. Wer sich für das Neuwagen-Leasing entscheidet, wird bald darauf mit etwaigen Nebenkosten konfrontiert werden. Internetanbieter bieten deshalb „günstige“ Komplett-Pakete, die einem das Suchen nach preiswerten Angeboten ersparen sollen. Wichtig hierbei ist die Abdeckung der Versicherung bei Totalschaden und Diebstahl. Die KFZ-Haftpflichtversicherung ist eine Pflichtversicherung – viele Leasing-Anbieter bestehen allerdings zusätzlich auf eine Teil- oder Vollkaskoversicherung.
Grundsätzlich ist das Neuwagen-Leasing als Alternative anzusehen. Jedoch sollte man nur darauf zurückgreifen, wenn man nebenher berufstätig ist oder die anfallenden Kosten anderweitig tragen kann. Gerade für Personen, die nachts ungern Bahn fahren, kann ein eigenes Fahrzeug mehr Sicherheit bedeuten. Wer definitiv nicht auf ein Fahrzeug verzichten möchte oder kann, sollte sich vorab ausgiebig informieren.