Sarah Oberleiter

17.03.2017

PH'ler und ihr heiß geliebtes Studentenfutter

 

Tiefkühlpizza, Chicken Nuggets und Pasta: Vier Lehramtsstudenten der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg sprechen über ihre Essgewohnheiten während und nach dem Vorlesungszeitraum.  

Mit dem Beginn des Sommersemesters erwarten Lisa Frost, Eleni Paraskevaidou, Dominik Huß und Matthias Wagner diverse Veranstaltungen, Leistungsnachweise und Prüfungen, die es zu absolvieren gilt. Umgeben von Folien, Mitschriften und Büchern werden sie sich in den Vorlesungssälen und Seminarräumen der Pädagogischen Hochschule wiederfinden. Ihr Alltag, der zuvor durch reichlich Freizeit geprägt war, wird von mehrstündigen Aufenthalten auf dem Campusgelände, allerlei Verpflichtungen und großen Bergen an Lernstoff bestimmt. Ausreichend Zeit, um sich den Mahlzeiten in der Mensa oder zu Hause genüsslich widmen zu können, wird ihnen in den kommenden Monaten nicht kontinuierlich zur Verfügung stehen.

Das sind Situationen, welche die angehenden Lehrerinnen und Lehrer aus vergangenen Tagen kennen. Dominik Huß, der seit drei Jahren für den Studiengang WHR PO 2011 eingeschrieben ist, hat für den hastigen Verzehr von Speisen eine Lösung gefunden. Reiche ihm eine Pause einmal nicht aus, esse er zur Not in der Vorlesung. „Solange es kein Döner oder etwas anderes ist, das extrem riecht, stört das hinten in der Ecke niemanden“, sagt der 23-Jährige. Auf Fertigwaren und Fast Food greift er zurück, wenn alternative Lebensmittel im Haushalt fehlen oder er keine Lust hat zu kochen. „Dann sind eine Tiefkühlpizza oder Chicken Nuggets natürlich super“, so der Bewohner einer Ludwigsburger WG. Für Matthias Wagner aus Wüstenrot sind vorgefertigte Gerichte zwei- bis dreimal wöchentlich eine Option. „Sie bieten eine erhebliche Zeitersparnis“, begründet der Grundschulstudent seine Wahl. Das schnelle Anrichten und die geringen Kosten seien für den Kauf dieser Nahrungsmittel ausschlaggebend.  

Um Abstand zum täglichen PH-Leben gewinnen zu können, treibt Matthias Wagner regelmäßig Sport. Am liebsten geht der 21-Jährige joggen, Fußball oder Tischtennis spielen. Für Lisa Frost stellt die Essenszubereitung einen Ausgleich dar. „Dafür nehme ich mir auch innerhalb stressiger Lernphasen Zeit“, äußert die Vegetarierin. Sie liebe die italienische Küche und bevorzuge bei ihren Einkäufen Bioprodukte. Unter der Woche nimmt die 21-Jährige, welche Schüler der Sekundarstufe I unterrichten möchte, mit einer Einzimmerwohnung in Ludwigsburg Vorlieb. An den Wochenenden sowie in den Ferien fährt sie zu ihrer Familie und ihren Freunden nach Schwäbisch Hall, mit denen sie „ab und zu ein Restaurant“ besucht. Ihre Kommilitonin Eleni Paraskevaidou probiert gerne neue Rezepte mit Nudeln aus. „Ich suche häufig nach Vorschlägen, die mit Gemüse, Fisch, Hähnchen- oder Rindfleisch kombiniert werden, weil die Zutaten sehr gesund sind und viel Energie verleihen“, verrät sie. Auch wenn sie an jedem Wochentag für sich und ihren Partner, mit dem sie seit 2015 in Freiberg am Neckar wohnt, kocht, ist sie in den letzten drei Semestern zu folgender Erkenntnis gekommen: „Sobald ich frei habe und nicht in der Hochschule bin, nehme ich geregelte Mahlzeiten zu mir. Außerdem habe ich mehr Zeit für die Auswahl von kalorien- und fettarmen Ideen und das Essen generell“, gesteht die 24-Jährige. Dieser Aussage stimmt nicht zuletzt Matthias Wagner zu.

Wie die Erfahrungen der Befragten zeigen, ist es nicht immer leicht, sich im Verlauf des Vorlesungszeitraums gesund zu ernähren. Der Grund sind Zeitfresser, welche sich zu Ungunsten der Lehramtsstudenten verpflegen. Die Autorin Flora Hohmann sagt ihnen in ihrem Kochbuch „Studentenküche – Probieren geht über Studieren“ den Kampf an. Der Ratgeber stellt eine Möglichkeit dar, sich über Tipps und Tricks bezüglich einer ausgewogenen Ernährung zu informieren. Die Leserinnen und Leser erfahren, wie sie den Kochlöffel mit wenig Zeit und einem kleinen Budget selbst in die Hand nehmen können.