Luca Luchetta

16.03.2018

Das liebe Geld

Das Ende der Vorlesungszeit ist erreicht, die Semesterferien sind nahe und der Urlaub ist fest im Blick. Doch bei vielen Studentinnen und Studenten ist die Kasse aufgrund von Semesterbeitrag,  Studiticket und Miete leergeräumt. Damit dem nicht so ist arbeiten zwei Drittel der in Deutschland Studierenden neben dem Studium.

Laut der 21. Sozialerhebung aus dem Jahr 2017 üben 68% der Studentinnen und Studenten eine Nebentätigkeit aus (Sommersemester 2016). Die vom Deutschen Studentenwerk durchgeführte Studie umfasste insgesamt 55.000 Teilnehmer und befasst sich mit der wirtschaftlichen und sozialen Situation der Studierenden in Deutschland. Die Ergebnisse liegen damit sogar über den Rekordergebnissen des Jahres 2003. Insgesamt arbeiten Studentinnen (70%) etwas häufiger als Ihre männlichen Pendants (66%). Zu den Klassikern gehören Bürobeschäftigungen und Gastrojobs.


Im Regelfall dürfen Studentinnen und Studenten neben dem Vollzeitstudium lediglich einer Nebentätigkeit nachgehen. Das Gesetz sieht hier eine Stundenanzahl von 20 Stunden pro Woche vor, zumindest während der Vorlesungszeit. Für Studentinnen und Studenten gilt zudem ein Steuerfreibetrag von derzeit 9000 €. Wer also weniger verdient, kann sich die gezahlten Abgaben am Ende des Jahres wieder vom Staat zurückholen. Dafür bedarf es aber einer Steuererklärung. Eine Steuererklärung lohnt sich erst recht, wenn der Steuerfreibetrag überschritten wurde. Angefallene Kosten für Fachliteratur, Arbeitsmaterialien, Exkursionskosten und viele andere Dinge können abgesetzt werden.


Worin aber genau die Unterschiede zwischen Minijob, Midi-Job, kurzfristiger Beschäftigung und der Anstellung als Werkstudent liegen, ist nicht immer klar und bedarf eventuell einer kleinen Übersicht bzw. Auffrischung.


Beim Minijob darf der Arbeitnehmer maximal 450 € verdienen. Dieser Betrag darf auch dann nicht überschritten werden, wenn der Arbeitnehmer mehrere Minijobs annimmt. Der Arbeitnehmer ist zwar steuerpflichtig, zumeist wird der Beitrag zur Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer aber vom Arbeitgeber übernommen. Neben dem Minijob kann zudem über eine begrenzte Zeit eine kurzfristige Beschäftigung aufgenommen werden. Der Verdienst der beiden Beschäftigungen wird in diesem Fall nicht zusammengerechnet. Insgesamt darf der Arbeitnehmer nicht mehr als 70 Tage pro Jahr in einer kurzfristigen Beschäftigung tätig sein.


Der Midi-Job ist für all diejenigen gedacht, die zwischen 450 € und 850 € verdienen. Der Arbeitnehmer darf pro Jahr maximal 180 Kalendertage arbeiten. Zusätzliche Beiträge entfallen nur dann, wenn der Arbeitnehmer maximal 20 Stunden pro Woche arbeitet. Der Rentenbeitrag steigt mit dem Verdienst, ist aber bei 9,35% gedeckelt. Der Arbeitgeberanteil an der Rentenversicherung beträgt in diesem Fall 9,3%.


Werkstudent/innen dürfen während der Vorlesungszeit maximal 20 Stunden in der Woche arbeiten. Werkstudentinnen bzw. -studenten zahlen zwar Abgaben, diese können aber, wie oben beschrieben, zurückgefordert werden. Der Status als Werkstudentin oder Werkstudent endet mit dem Monat, in dem der Arbeitnehmer schriftlich über seine Prüfungsergebnisse informiert wurde.

Weitere Informationen und detaillierte Aufstellungen sind auf der Homepage des Studentenwerkes unter www.studentenwerke.de/de/jobben zu finden.