Selin, Martina

16.03.2018

Interkulturelle Erfolgsgeschichte: Förderunterricht an Ludwigsburger Schulen

 

Studierende der PH fördern mehrsprachige Schülerinnen und Schüler

 

Studentinnen und Studenten des Studiengangs Lehramt Sekundarstufe I können im Rahmen des Mercator-Projekts interkulturelle Unterrichtserfahrung sammeln. Gefördert werden vor allem Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache. In kleinen Gruppen mit maximal sechs Lernenden erhalten sie durch die Studierenden sprachliche und fachliche Förderung. Der Förderunterricht findet in den Schulen statt und umfasst zwei bis vier Wochenstunden.

Sprachbilder visualisieren Bedeutung und Gefühle der einzelnen Sprachen.

 

Studentinnen und Studenten des Studiengangs Lehramt Sekundarstufe I können im Rahmen des Mercator-Projekts interkulturelle Unterrichtserfahrung sammeln. Gefördert werden vor allem Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ). In kleinen Gruppen mit maximal sechs Lernenden erhalten sie durch die Studierenden sprachliche und fachliche Förderung. Der Förderunterricht findet in den Schulen statt und umfasst zwei bis vier Wochenstunden.

„Die Arbeit mit meinen beiden Schülerinnen macht mir total viel Spaß“, strahlt Margaux. Sie sammelt seit Oktober 2017 am Friedrich-Schiller-Gymnasium Praxiserfahrung. „Es ist toll zu sehen, wie glücklich und stolz sie sind, wenn sie etwas Neues erlernt haben. Nächste Woche gehen wir gemeinsam in die Stadtbibliothek Ludwigsburg“, erzählt sie weiter.  

Der bei Studierenden beliebte und von den Schulen gern angenommene Förderunterricht startete im Oktober 2006 mit Fördergeldern der Stiftung Mercator. Die Stadt Ludwigsburg organisiert die Kooperation mit den Schulen und übernahm zum Schuljahr 2014/15 auch die Finanzierung des Projekts. Die PH Ludwigsburg koordiniert die Vermittlung der Studierenden an die Schulen. Projektleiter ist Professor Dr. Stefan Jeuk, dessen Arbeitsschwerpunkte seit Jahren bei Spracherwerb und Mehrsprachigkeit, DaZ-Didaktik und Sprachförderung liegen.

Alle Studierenden fördern hauptsächlich Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache. Der Förderunterricht wird an verschiedenen Ludwigsburger Realschulen, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien in unterschiedlichen Klassenstufen angeboten. Die Heterogenität stellt in den kleinen und überschaubaren Lerngruppen kein Problem dar und die Schülerinnen und Schüler können in diesem Rahmen optimal gefördert werden. „Die Kinder arbeiten super mit und wollen viel lernen“, sagt Alessandra, die in einer Vorbereitungsklasse (VKL) tätig ist. Die VKL-Schülerinnen und – Schüler verfügen über geringe Deutschkenntnisse, weil sie erst vor kurzem nach Deutschland gekommen sind. Das Ziel ist, die Lernenden in den regulären Deutschunterricht einzuführen. Hier ist sie als Trainerin – eine Bezeichnung, die manchen Studierenden besser gefällt – mit ihren Kompetenzen und Fähigkeiten besonders gefragt.

Förderunterricht in der Lerngruppe 5 und 6 am Goethe-Gymnasium-Ludwigsburg

 

„Anfangs wusste ich gar nicht genau, was mich erwarten würde“, gibt Alessandra zu. Doch die Studierenden werden bei ihrer Tätigkeit als Förderlehrkräfte nicht allein gelassen. Sie bekommen in einem speziellen Begleitseminar neben praxisnaher Unterstützung auch Fachwissen in Bezug auf Mehrsprachigkeit, Diagnoseverfahren, Förderplanerstellung sowie DaZ-Förderung vermittelt. „Wir erhalten dort viele Praxistipps und Anregungen, das ist sehr hilfreich für meine Unterrichtsvorbereitung“, berichtet Jaqueline.

Die Planungen für das Schuljahr 2018/19 starten im Mai. Voraussetzungen für eine Tätigkeit im Rahmen des Projekts sind das erfolgreich abgeschlossene Modul 1 im Fach Deutsch sowie das bestandene Orientierungspraktikum (OEP). Verpflichtend ist eine Teilnahme für ein ganzes Schuljahr, wobei der Unterricht auch während der vorlesungsfreien Zeit stattfindet.
Annika fördert eine kleine Schülergruppe in Mathematik an der Justinus-Kerner-Gemeinschaftsschule. Sie beschreibt das Projekt als Win-win-Situation: „Zum einen als große Chance für mich, mehr Praxiserfahrung sammeln zu können und zum anderen für die Kinder, die von der Einzelförderung sehr profitieren. Toll ist auch, dass ich mir diesen Förderunterricht als Blockpraktikum anrechnen lassen kann.“ Der Förderunterricht kann bei vorheriger Anmeldung beim Schulpraxisamt nicht nur als Blockpraktikum (BP) sondern auch als Professionalisierungspraktikum (PP) angerechnet werden.

Ansprechpartner:undefinedStefan Jeuk
Studiengang:Lehramt Sek. I
Fächer: Deutsch, Englisch, Mathematik
Dauer:1 Schuljahr (Unterricht auch in den Semesterferien!)
Zeitaufwand:2 bis 4 Schulstunden pro Woche
Vergütung:10 € pro Stunde
Besonderheit:Als BP oder PP anrechenbar
Links:www.ph-ludwigsburg.de/mercator
www.mercator-foerderunterricht.de