Céline Kühnel

16.03.2018

Ein anderer Sommer

 

Frieder hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Aus diesem Grund ziehen er und seine Freunde in das Auerhaus. Es beginnt der Sommer ihres Leben.

Die Schüler stehen kurz vor dem Abitur. Doch auf einmal versucht Frieder sich umzubringen. Das Leben der Freunde ändert sich. Ihr Leben dreht sich von nun an um Frieder und nach Frieders Aufenthalt in der Klink ziehen sie in ein altes Bauernhaus. Dieses hat dem Großvater von Frieder gehört. Das neue Zuhause der Jugendlichen wird von einem Nachbarsbauern Auerhouse genannt. Der Lieblingssong der Freunde heißt „Our House“. So entsteht die Wohngemeinschaft Auerhaus irgendwo in Süddeutschland.

Im Auerhaus wohnt neben Frieder auch der Ich-Erzähler. Und Vera. Vera klaut gerne. Cäcila wohnt auch in dem Haus. Sie ist die Tochter einer reichen Familie.  Doch die Jugendlichen führen kein normales Schülerleben. Sie führen ein „echtes“ Leben. Sie leben komplett selbstverantwortlich und in keiner „Schutzhülle“ wie die anderen Klassenkameraden. Das ist zumindest die Meinung der Freunde. Doch so wirklich erwachsen klingt das Leben der Freunde nicht. Denn in ihrem so verantwortungsbewussten Leben gibt es zum Beispiel ein Trainingszentrum, in dem man klauen lernt. Nach einiger Zeit zieht in das Haus noch Pauline, eine Brandstifterin, ein und Harry. Harry ist ein schwuler Elektriker, der nebenher noch auf den Strich geht. Die Jugendlichen reden, kochen und klauen zusammen. Sie feiern eine riesige Silvesterparty. Zusammen im Auerhaus haben sie die Zeit ihres Lebens. So könnte es immer weiter gehen. Ein unbeschwertes, gemeinsames Leben ohne Sorgen und mit viel Freundschaft. Doch alles hat ein Ende. Auch die Zeit im Auerhaus.

Frieder sagt rückblickend: „Du hast die Augen zu und treibst auf deiner Luftmatratze, ein sanfter Wind weht, und du denkst, geil, jetzt lebe ich für den Rest meines Lebens hier in dieser Lagune, in der Südsee. Und dann machst du die Augen auf und merkst, es ist bloß ein Nachmittag am Baggersee, und zack ist der auch schon vorbei".

Dieses Buch über die Jugend, die Freiheit und das Leben ist der erste Roman  des Berliners Bov Bjerg. Er wurde 1965 in der Region Stuttgart geboren und lebt heute als Kabarettist in Berlin.
Sein erster Roman ist ein Buch für jeden. Es steckt voller Leben. Der Autor  schreibt in einer einfachen und klaren Sprache. Während des Lesens muss der Leser zwar nicht lachen, doch das Buch steckt voller Gefühle. Bov Bjerg erzählt von einer besonderen Jugend in einem besonderen Buch. Er bringt die Leser dazu, lächelnd auf ihre eigene Jugend  zurückzublicken und sie noch einmal ein bisschen zu genießen.

 Auerhaus, Bov Bjerg, 2015, 235 Seiten, 18.00 €, Blumenbar Aufbau- Verlag